

Key Takeaways
- đ Die RBI hatte ursprĂŒnglich eine Dividende von 1,00 EUR je Aktie fĂŒr das GeschĂ€ftsjahr 2019 geplant.
- â Auf Empfehlung der EZB wurde die Dividende auf 0,264 EUR je Aktie reduziert.
- đ Der Ex-Dividenden-Tag und die Auszahlung erfolgten im Sommer 2020.
- đ¶ Die KĂŒrzung war keine freiwillige Entscheidung der RBI, sondern folgte einer europaweiten regulatorischen Vorgabe fĂŒr Banken.
- đ Im Vergleich zur Dividende 2019 (1,17 EUR je Aktie) war die Raiffeisen-Dividende 2020 um rund 77 Prozent niedriger.
- đ AktionĂ€re mussten die erhaltene Dividende nach den geltenden Steuerregeln ihres Wohnsitzlandes versteuern.
- â Eine Dividenden-Reinvestitionsoption war ĂŒber den regulĂ€ren Markt möglich, jedoch kein formales DRIP-Programm.
- đ Die RBI erholte sich in den Folgejahren und nahm höhere AusschĂŒttungen wieder auf.
Was war die Raiffeisen-Dividende 2020?
Die Raiffeisen-Dividende 2020 bezeichnet die DividendenausschĂŒttung der Raiffeisen Bank International AG fĂŒr das GeschĂ€ftsjahr 2019, die im Jahr 2020 an die AktionĂ€re ausgezahlt wurde. Sie steht im Zeichen einer beispiellosen EinschrĂ€nkung durch europĂ€ische Bankaufsichtsbehörden infolge der COVID-19-Pandemie.
Die RBI ist eine der gröĂten Bankengruppen in Ăsterreich und Zentralosteuropa. Ihre Aktie wird an der Wiener Börse unter dem KĂŒrzel RBI gehandelt. FĂŒr das GeschĂ€ftsjahr 2019 hatte der Vorstand ursprĂŒnglich eine Dividende von 1,00 EUR je Aktie vorgeschlagen, was die solide Ertragslage der Bank widerspiegelte.
Im MÀrz 2020 empfahl die EZB jedoch allen bedeutenden Kreditinstituten im Euroraum, Dividendenzahlungen auszusetzen oder erheblich zu reduzieren, um die Kapitalreserven in der Krise zu stÀrken. Die RBI folgte dieser Empfehlung und passte ihren Dividendenvorschlag entsprechend an.

Wie viel hat Raiffeisen 2020 je Aktie ausgeschĂŒttet?
Die endgĂŒltige Raiffeisen-Dividende 2020 betrug 0,264 EUR je Aktie. Dieser Betrag entspricht 25 Prozent des ursprĂŒnglich geplanten Dividendenvorschlags von 1,00 EUR je Aktie und lag damit deutlich unter den Erwartungen vieler Anleger.
Die Hauptversammlung der RBI stimmte am 3. Juni 2020 diesem reduzierten Betrag zu. Die GesamtausschĂŒttungssumme belief sich auf rund 165 Millionen EUR, verglichen mit einer ursprĂŒnglich geplanten Summe von rund 626 Millionen EUR.
Zum Vergleich auf einen Blick:
| Kennzahl | Dividende 2019 (GJ 2018) | Dividende 2020 (GJ 2019) |
|---|---|---|
| Betrag je Aktie | 1,17 EUR | 0,264 EUR |
| AusschĂŒttungsquote | ca. 50 % | stark reduziert |
| Hauptgrund | Normalbetrieb | EZB-Empfehlung / COVID-19 |
Wann wurde die Raiffeisen-Dividende 2020 ausgezahlt?
Die Raiffeisen-Dividende 2020 wurde am 9. Juni 2020 ausgezahlt. Der Ex-Dividenden-Tag war der 4. Juni 2020, und der Record Date (Stichtag) war der 5. Juni 2020.
Das bedeutet: Wer die RBI-Aktie am 3. Juni 2020 (dem letzten Handelstag vor dem Ex-Dividenden-Tag) im Depot hielt, hatte Anspruch auf die Dividende. Wer die Aktie erst am oder nach dem 4. Juni 2020 kaufte, erhielt keine AusschĂŒttung fĂŒr das GeschĂ€ftsjahr 2019.
Wichtige Daten im Ăberblick:
- Hauptversammlung: 3. Juni 2020
- Ex-Dividenden-Tag: 4. Juni 2020
- Record Date: 5. Juni 2020
- Auszahlungstag: 9. Juni 2020
Raiffeisen-Dividende 2020 im Vergleich zu 2019
Die Raiffeisen-Dividende 2020 war im direkten Vergleich zur Vorjahresdividende drastisch niedriger. FĂŒr das GeschĂ€ftsjahr 2018 hatte die RBI eine Dividende von 1,17 EUR je Aktie ausgeschĂŒttet, was einem RĂŒckgang von rund 77 Prozent entspricht.
Dieser Einbruch war kein Zeichen einer schlechten operativen Leistung der Bank. Das GeschĂ€ftsjahr 2019 verlief fĂŒr die RBI tatsĂ€chlich positiv: Der Konzerngewinn lag bei rund 1,2 Milliarden EUR (laut RBI-GeschĂ€ftsbericht 2019). Die KĂŒrzung war ausschlieĂlich auf externe regulatorische Eingriffe zurĂŒckzufĂŒhren.
Warum war die Raiffeisen-Dividende 2020 so viel niedriger?
Die EZB veröffentlichte am 27. MĂ€rz 2020 eine Empfehlung, in der sie europĂ€ische Banken aufforderte, bis mindestens Oktober 2020 keine Dividenden auszuschĂŒtten oder diese auf maximal 25 Prozent des Gewinns der Jahre 2019 und 2020 zu begrenzen. Die RBI entschied sich fĂŒr die TeilausschĂŒttung in Höhe von 25 Prozent des ursprĂŒnglichen Vorschlags.
Hat Raiffeisen die Dividende 2020 gestrichen oder nur gekĂŒrzt?
Raiffeisen hat die Dividende 2020 nicht vollstĂ€ndig gestrichen, sondern auf 0,264 EUR je Aktie gekĂŒrzt. Viele andere europĂ€ische Banken, darunter die Deutsche Bank und mehrere französische Institute, setzten ihre Dividenden in diesem Jahr komplett aus.
Die Entscheidung der RBI, eine Teildividende zu zahlen, war ein Kompromiss: Sie folgte der EZB-Empfehlung, hielt aber gleichzeitig an der Dividendentradition fest und signalisierte damit StabilitĂ€t gegenĂŒber den AktionĂ€ren.
Wann wurde die Raiffeisen-Dividende 2020 angekĂŒndigt?
Der ursprĂŒngliche Dividendenvorschlag von 1,00 EUR je Aktie wurde im Februar 2020 zusammen mit den Jahreszahlen 2019 bekannt gegeben. Die Anpassung auf 0,264 EUR je Aktie erfolgte nach der EZB-Empfehlung vom 27. MĂ€rz 2020 und wurde offiziell im Vorfeld der Hauptversammlung am 3. Juni 2020 kommuniziert.
Die AnkĂŒndigung der DividendenkĂŒrzung fĂŒhrte kurzfristig zu Kursverlusten der RBI-Aktie, da viele institutionelle Anleger auf die höhere OriginalausschĂŒttung spekuliert hatten.
Steuerliche Behandlung der Raiffeisen-Dividende 2020
FĂŒr österreichische Privatanleger unterlag die Raiffeisen-Dividende 2020 der Kapitalertragsteuer (KESt) in Höhe von 27,5 Prozent. Diese Steuer wurde in der Regel automatisch von der depotfĂŒhrenden Bank einbehalten und abgefĂŒhrt, sodass Anleger keinen gesonderten Handlungsbedarf hatten.
FĂŒr deutsche Anleger galt die Abgeltungsteuer von 25 Prozent zuzĂŒglich SolidaritĂ€tszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Da es sich um eine auslĂ€ndische Dividende handelt, konnte eine einbehaltene österreichische Quellensteuer unter UmstĂ€nden auf die deutsche Steuer angerechnet werden, abhĂ€ngig vom Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Ăsterreich.
Wichtige Hinweise zur Steuerpflicht:
- Ăsterreichische Quellensteuer kann im Heimatland anrechenbar sein.
- Die genaue Behandlung hÀngt vom Wohnsitzland und dem jeweiligen Doppelbesteuerungsabkommen ab.
- Anleger sollten im Zweifelsfall einen Steuerberater hinzuziehen, da individuelle UmstÀnde variieren.
Wer hatte Anspruch auf die Raiffeisen-Dividende 2020?
Anspruchsberechtigt war jeder AktionÀr, der die RBI-Aktie am Ex-Dividenden-Tag (4. Juni 2020) bereits im Depot hielt. Es gab keine Mindesthaltedauer oder besondere Anforderungen an die AktionÀrsstruktur.
Sowohl Privatanleger als auch institutionelle Investoren, die RBI-Stammaktien besaĂen, erhielten die Dividende anteilig nach ihrer StĂŒckzahl. Die RBI hat ausschlieĂlich Stammaktien im Umlauf, sodass es keine unterschiedlichen Dividendenklassen gab.
Gab es eine Dividenden-Reinvestitionsoption bei Raiffeisen 2020?
Die RBI bot 2020 kein formales Dividend Reinvestment Program (DRIP) an, wie es in angelsĂ€chsischen MĂ€rkten ĂŒblich ist. Anleger, die ihre Dividende reinvestieren wollten, mussten dies manuell ĂŒber den freien Markt tun, indem sie die erhaltene AusschĂŒttung zum Kauf weiterer RBI-Aktien nutzten.
Angesichts des reduzierten Dividendenbetrags von 0,264 EUR je Aktie war der Reinvestitionsbetrag fĂŒr Kleinanleger verhĂ€ltnismĂ€Ăig gering. Wer beispielsweise 1.000 RBI-Aktien hielt, erhielt brutto 264 EUR, was zum damaligen Kurs (RBI-Aktie notierte im Juni 2020 bei rund 12 bis 15 EUR) dem Kauf von etwa 17 bis 22 weiteren Aktien entsprochen hĂ€tte.
FAQ zur Raiffeisen-Dividende 2020
Wie hoch war die Raiffeisen-Dividende 2020 je Aktie?
Die Raiffeisen Bank International AG zahlte fĂŒr das GeschĂ€ftsjahr 2019 eine Dividende von 0,264 EUR je Aktie, ausgezahlt am 9. Juni 2020.
Warum wurde die Raiffeisen-Dividende 2020 gekĂŒrzt?
Die EZB empfahl im MĂ€rz 2020 allen europĂ€ischen Banken, Dividendenzahlungen auszusetzen oder auf maximal 25 Prozent des ursprĂŒnglichen Vorschlags zu begrenzen, um Kapital in der COVID-19-Krise zu sichern.
Wann war der Ex-Dividenden-Tag fĂŒr die Raiffeisen-Dividende 2020?
Der Ex-Dividenden-Tag war der 4. Juni 2020. Wer die Aktie an diesem Tag oder danach kaufte, hatte keinen Anspruch auf die Dividende.
Hat Raiffeisen die Dividende 2020 komplett gestrichen?
Nein. Die RBI kĂŒrzte die Dividende auf 0,264 EUR je Aktie, strich sie aber nicht vollstĂ€ndig. Viele andere europĂ€ische Banken setzten ihre Dividenden 2020 hingegen komplett aus.
Wie hoch war die Raiffeisen-Dividende 2019 im Vergleich?
FĂŒr das GeschĂ€ftsjahr 2018 zahlte die RBI eine Dividende von 1,17 EUR je Aktie. Die Dividende 2020 lag damit rund 77 Prozent darunter.
Musste ich die Raiffeisen-Dividende 2020 versteuern?
Ja. In Ăsterreich fiel die KESt von 27,5 Prozent an, in Deutschland die Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus ZuschlĂ€ge. Die Steuer wurde in der Regel automatisch einbehalten.
Konnte ich die Raiffeisen-Dividende 2020 reinvestieren?
Ein formales DRIP-Programm gab es nicht. Anleger konnten die erhaltene Dividende jedoch manuell zum Kauf weiterer RBI-Aktien ĂŒber die Börse nutzen.
Wann hat Raiffeisen die DividendenkĂŒrzung fĂŒr 2020 angekĂŒndigt?
Die Anpassung des ursprĂŒnglichen Vorschlags (1,00 EUR) auf 0,264 EUR je Aktie wurde nach der EZB-Empfehlung vom 27. MĂ€rz 2020 kommuniziert, offiziell bestĂ€tigt auf der Hauptversammlung am 3. Juni 2020.
Wie hat sich die RBI-Dividende nach 2020 entwickelt?
Die RBI nahm in den Folgejahren höhere Dividendenzahlungen wieder auf. FĂŒr das GeschĂ€ftsjahr 2021 wurden deutlich höhere AusschĂŒttungen beschlossen, was das Ende der pandemiebedingten EinschrĂ€nkungen widerspiegelte.
Wer war berechtigt, die Raiffeisen-Dividende 2020 zu erhalten?
Jeder AktionÀr, der RBI-Stammaktien am 3. Juni 2020 (letzter Handelstag vor dem Ex-Dividenden-Tag) im Depot hielt, war anspruchsberechtigt.
Fazit und nÀchste Schritte
Die Raiffeisen-Dividende 2020 war ein Produkt auĂergewöhnlicher UmstĂ€nde. Die RBI war operativ solide aufgestellt, doch die EZB-Empfehlung zwang die Bank, ihre AusschĂŒttung auf 0,264 EUR je Aktie zu reduzieren, was einem RĂŒckgang von rund 77 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr entsprach. FĂŒr informierte Anleger war diese KĂŒrzung kein Alarmsignal, sondern ein regulatorisch bedingter Sonderfall.
Was sollten Anleger jetzt tun?
- Wer RBI-Aktien im Depot hĂ€lt, sollte die aktuellen DividendenankĂŒndigungen und Hauptversammlungstermine verfolgen, um keine AusschĂŒttungen zu verpassen.
- Steuerliche Fragen zur Anrechnung auslÀndischer Quellensteuer sollten mit einem Steuerberater geklÀrt werden.
- Anleger, die die Dividendenhistorie der RBI analysieren möchten, finden alle relevanten Daten im jÀhrlichen GeschÀftsbericht auf der Investor-Relations-Seite der Raiffeisen Bank International.
- Wer die Dividende reinvestieren möchte, sollte einen Sparplan oder eine manuelle Reinvestitionsstrategie in Betracht ziehen, da kein formales DRIP-Programm existiert.
Die Geschichte der Raiffeisen-Dividende 2020 zeigt, wie externe Schocks selbst gut gefĂŒhrte Unternehmen zu ungewöhnlichen Entscheidungen zwingen können. Wer den Kontext versteht, trifft bessere Anlageentscheidungen.
Quellen
- Raiffeisen Bank International AG, GeschÀftsbericht 2019, Wien, 2020. https://www.rbinternational.com
- EuropÀische Zentralbank (EZB), Empfehlung zu Dividendenzahlungen wÀhrend der COVID-19-Pandemie, 27. MÀrz 2020. https://www.ecb.europa.eu
- Wiener Börse, Kursdaten RBI-Aktie 2020. https://www.wienerborse.at
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