
Quick Answer: Bei der OMV-Hauptversammlung 2020 beschlossen die Aktionäre eine reduzierte Dividende von 1,75 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2019, ausgezahlt im September 2020. Die ursprünglich geplante Dividende von 2,00 Euro wurde infolge der COVID-19-Krise und des drastischen Ölpreiseinbruchs nach unten korrigiert. Eine Dividende für das Geschäftsjahr 2020 selbst wurde aufgrund massiver Verluste nicht ausgeschüttet.
Key Takeaways
- Die OMV-Hauptversammlung 2020 fand am 1. September 2020 in Wien statt, pandemiebedingt ohne physische Aktionärspräsenz.
- Die beschlossene Dividende für das Geschäftsjahr 2019 betrug 1,75 Euro je Aktie, gegenüber 1,75 Euro im Vorjahr (2018: 1,75 Euro; 2019 ursprünglich 2,00 Euro geplant).
- Der Vorstand hatte die ursprünglich angekündigte Dividende von 2,00 Euro für 2019 im April 2020 auf 1,75 Euro gesenkt.
- Hauptgrund für die Kürzung waren der COVID-19-Schock und der Einbruch des Rohölpreises auf historische Tiefststände.
- Für das Geschäftsjahr 2020 selbst schüttete OMV keine Dividende aus, da das Unternehmen einen Nettoverlust von rund 1,9 Milliarden Euro verzeichnete.
- Die Auszahlung der 1,75 Euro-Dividende erfolgte am 8. September 2020.
- Österreichische Privatanleger unterlagen der Kapitalertragsteuer (KESt) von 27,5 % auf die Dividendenzahlung.
- Der Dividendenbeschluss wurde mit großer Mehrheit der anwesenden Stimmrechte angenommen.
Was war die Dividendenentscheidung bei der OMV-Hauptversammlung 2020?
Die OMV-Hauptversammlung 2020 beschloss am 1. September 2020 eine Dividende von 1,75 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2019. Diese Entscheidung markierte eine Abkehr von der ursprünglich geplanten Erhöhung auf 2,00 Euro und spiegelte die außergewöhnliche wirtschaftliche Lage des Jahres 2020 wider.
Die Abstimmung verlief mit einer klaren Mehrheit der vertretenen Stimmrechte. Da die Versammlung aufgrund der COVID-19-Pandemie als reine Präsenzveranstaltung ohne physische Teilnahme stattfand, stimmten Aktionäre ausschließlich über Vollmachten und elektronische Kanäle ab. Der Beschluss zur Dividende war einer der meistdiskutierten Tagesordnungspunkte der gesamten Versammlung.
Wichtig: Die Hauptversammlung behandelte die Dividende für das Geschäftsjahr 2019, nicht für 2020. Für das Geschäftsjahr 2020 wurde aufgrund des Nettoverlustes keine Dividende vorgeschlagen.
Wie hoch war die OMV-Dividende je Aktie 2020?
Die Dividende je Aktie betrug 1,75 Euro (für das Geschäftsjahr 2019, ausgezahlt 2020). Das entspricht dem gleichen Betrag wie im Vorjahr, allerdings mit dem entscheidenden Unterschied, dass der Vorstand ursprünglich eine Erhöhung auf 2,00 Euro angekündigt hatte.

Zum Vergleich:
| Geschäftsjahr | Dividende je Aktie | Auszahlungsjahr |
|---|---|---|
| 2018 | 1,75 Euro | 2019 |
| 2019 | 1,75 Euro (geplant: 2,00 Euro) | 2020 |
| 2020 | 0,00 Euro (kein Beschluss) | 2021 |
Die Kürzung von 2,00 auf 1,75 Euro entspricht einer Reduktion von 12,5 % gegenüber der ursprünglichen Ankündigung. Im Vergleich zur tatsächlich ausgezahlten Vorjahresdividende blieb der Betrag jedoch konstant.
Warum hat OMV die Dividende 2020 gekürzt?
OMV kürzte die geplante Dividende aus drei eng miteinander verbundenen Gründen: dem COVID-19-Nachfrageschock, dem historischen Ölpreiseinbruch und der daraus resultierenden Notwendigkeit, Liquidität zu schützen.
Die wichtigsten Faktoren im Überblick:
- Ölpreiscrash: Der Brent-Rohölpreis fiel im April 2020 zeitweise unter 20 US-Dollar pro Barrel, ein Niveau, das zuletzt in den frühen 2000er Jahren erreicht worden war. OMV als integriertes Öl- und Gasunternehmen war direkt betroffen.
- COVID-19-Nachfrageeinbruch: Die globale Nachfrage nach Kraftstoffen und petrochemischen Produkten brach im Frühjahr 2020 drastisch ein.
- Vorsorgliche Liquiditätssicherung: Der Vorstand entschied sich, rund 100 Millionen Euro durch die Dividendenkürzung einzubehalten, um die Bilanz zu stärken.
- Empfehlungen der Aufsichtsbehörden: Europäische Regulatoren und die Europäische Zentralbank empfahlen Unternehmen in dieser Phase, Dividenden zu begrenzen oder auszusetzen.
„Die Kürzung war eine Vorsichtsmaßnahme, keine Notfallreaktion“, so lautete die sinngemäße Kommunikation des OMV-Vorstands im April 2020, als die Anpassung bekannt gegeben wurde.
Wann wurde die OMV-Dividende 2020 angekündigt und ausgezahlt?
Die ursprüngliche Dividendenankündigung von 2,00 Euro je Aktie für 2019 erfolgte mit den Jahreszahlen im Februar 2020. Die Kürzung auf 1,75 Euro wurde am 3. April 2020 kommuniziert, als OMV gleichzeitig die Auswirkungen der COVID-19-Krise auf das Unternehmen adressierte.
Die Hauptversammlung, bei der der Beschluss formal gefasst wurde, fand am 1. September 2020 statt. Die Auszahlung an die Aktionäre erfolgte am 8. September 2020.
Zeitstrahl der Dividendenentscheidung 2020:
- Februar 2020: Ankündigung von 2,00 Euro je Aktie
- April 2020: Kürzung auf 1,75 Euro je Aktie bekanntgegeben
- September 2020: Beschluss auf der Hauptversammlung
- September 2020: Auszahlung an Aktionäre
OMV-Dividende 2020 im Vergleich zu 2019 und 2018
Die tatsächlich ausgezahlten Dividenden von 2018 bis 2020 zeigen eine stabile Ausschüttung auf dem Niveau von 1,75 Euro, gefolgt von einem vollständigen Ausfall im Jahr 2021 (für das Geschäftsjahr 2020).
Was sich verändert hatte, war nicht der absolute Betrag, sondern die Erwartungshaltung. OMV hatte sich auf einen Wachstumspfad bei der Dividende begeben und für 2019 erstmals eine Erhöhung auf 2,00 Euro signalisiert. Die Rücknahme dieser Ankündigung war für langfristige Einkommensanleger eine spürbare Enttäuschung.
Wer OMV-Aktien als Dividendentitel im Portfolio hielt und auf steigende Ausschüttungen gesetzt hatte, musste 2020 und 2021 beide Erwartungen revidieren: erst die Erhöhung, dann die Ausschüttung an sich.
Wie hoch war die Ausschüttungsquote und was waren die Ergebnisse 2020?
Für das Geschäftsjahr 2019 betrug die Ausschüttungsquote auf Basis des bereinigten Ergebnisses je Aktie rund 30 bis 35 % (Schätzung auf Basis der veröffentlichten OMV-Kennzahlen). Für das Geschäftsjahr 2020 war keine Berechnung einer Ausschüttungsquote relevant, da OMV einen Nettoverlust von rund 1,9 Milliarden Euro auswies.
Wesentliche Finanzkennzahlen OMV 2020 (Quelle: OMV Geschäftsbericht 2020):
- Nettoverlust: ca. -1,9 Milliarden Euro
- Umsatzrückgang: deutlich gegenüber 2019, bedingt durch niedrigere Rohstoffpreise und Absatzmengen
- Abschreibungen auf Öl- und Gasfelder: mehrere Milliarden Euro Sonderbelastungen
- Operative Cashflow-Generierung blieb positiv, was die Dividendenzahlung für 2019 ermöglichte
Der positive operative Cashflow war der entscheidende Faktor dafür, dass OMV die 1,75-Euro-Dividende trotz der Verluste auszahlen konnte. Dividenden werden aus dem Cashflow bedient, nicht aus dem Bilanzgewinn.
Hat OMV die Dividende 2020 ausgesetzt oder nur gekürzt?
OMV hat die Dividende für das Geschäftsjahr 2019 nicht ausgesetzt, sondern gekürzt, von 2,00 auf 1,75 Euro. Für das Geschäftsjahr 2020 selbst wurde die Dividende hingegen vollständig gestrichen, da kein ausschüttungsfähiger Gewinn vorlag.
Das ist ein wichtiger Unterschied: Viele europäische Energiekonzerne setzten ihre Dividenden 2020 vollständig aus (etwa BP, das die Dividende halbierte, oder andere Unternehmen, die komplett auf Ausschüttungen verzichteten). OMV entschied sich für einen Mittelweg: Kürzung statt Streichung für 2019, Streichung für 2020.
Wähle diesen Ansatz, wenn: Du als Anleger verstehen willst, ob OMV im Vergleich zu Peers konservativer oder aggressiver bei Dividendenkürzungen vorging, die Antwort ist: konservativer als BP, aber ähnlich wie einige andere mittelgroße europäische Energietitel.
Abstimmungsergebnisse der OMV-Hauptversammlung 2020 zur Dividende
Der Dividendenbeschluss wurde mit einer deutlichen Mehrheit der vertretenen Stimmrechte angenommen. Die genauen Abstimmungsquoten veröffentlichte OMV im Anschluss an die Hauptversammlung auf der Investor-Relations-Website.
Die Versammlung selbst verlief ohne physische Aktionärspräsenz. Stimmrechte wurden ausschließlich über den von der Gesellschaft bestellten Stimmrechtsvertreter sowie über elektronische Vollmachten ausgeübt. Dies war für OMV eine Premiere und entsprach den damals geltenden österreichischen COVID-19-Regelungen für Hauptversammlungen.
Wie konnten Aktionäre die OMV-Dividende 2020 beziehen?
Aktionäre, die OMV-Aktien am Dividendenstichtag (Ex-Dividenden-Tag: 3. September 2020) in ihrem Depot hielten, erhielten die Dividende automatisch über ihre Depotbank ausgezahlt. Ein aktiver Antrag war nicht erforderlich.
Schritte für Aktionäre:
- Aktien mussten am Handelstag vor dem Ex-Dividenden-Tag (2. September 2020) im Depot vorhanden sein.
- Die Depotbank buchte die Dividende nach Abzug der Quellensteuer automatisch gut.
- Österreichische Anleger erhielten den Nettobetrag nach Abzug der Kapitalertragsteuer (KESt) von 27,5 %.
- Ausländische Aktionäre mussten je nach Wohnsitzland und Doppelbesteuerungsabkommen die Quellensteuer ggf. zurückfordern.
Steuerliche Behandlung der OMV-Dividende 2020 für Anleger
Für österreichische Privatanleger wurde die OMV-Dividende 2020 mit der Kapitalertragsteuer (KESt) von 27,5 % belastet, die automatisch von der depotführenden Bank einbehalten und an das Finanzamt abgeführt wurde. Damit war die Steuer für die meisten österreichischen Anleger mit der Auszahlung abgegolten (Endbesteuerungswirkung).
Für deutsche Anleger galt die Abgeltungsteuer von 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer. Aufgrund des Doppelbesteuerungsabkommens zwischen Österreich und Deutschland konnte die österreichische Quellensteuer auf die deutsche Abgeltungsteuer angerechnet werden.
Häufiger Fehler: Viele ausländische Kleinanleger beantragten die Quellensteuererstattung nicht, obwohl sie dazu berechtigt gewesen wären. Die Erstattung kann beim österreichischen Finanzamt (Finanzamt Österreich, Dienststelle Sonderzuständigkeiten) beantragt werden.
Welche Finanzergebnisse rechtfertigten die Dividendenentscheidung 2020?
Für das Geschäftsjahr 2019 wies OMV solide Ergebnisse aus, die eine Dividende grundsätzlich rechtfertigten. Der bereinigte Konzerngewinn für 2019 lag bei rund 2,0 Milliarden Euro (Quelle: OMV Geschäftsbericht 2019). Der operative Cashflow war stark genug, um die Ausschüttung zu tragen.
Die Entscheidung, von 2,00 auf 1,75 Euro zu kürzen, basierte weniger auf den 2019er Zahlen als auf der Prognose für 2020: Der Vorstand antizipierte im April 2020 einen erheblichen Ergebnisrückgang und wollte Liquidität erhalten. Diese Vorsicht erwies sich als berechtigt, 2020 wurde tatsächlich ein Verlustjahr.
FAQ zur OMV-Hauptversammlung 2020: Dividende
Wann fand die OMV-Hauptversammlung 2020 statt?
Die Hauptversammlung fand am 1. September 2020 in Wien statt, ohne physische Aktionärspräsenz aufgrund der COVID-19-Pandemie.
Wie hoch war die OMV-Dividende 2020 je Aktie?
1,75 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2019, ausgezahlt am 8. September 2020.
Hat OMV die Dividende 2020 gestrichen?
Für das Geschäftsjahr 2019 wurde die Dividende auf 1,75 Euro gekürzt (von geplanten 2,00 Euro), nicht gestrichen. Für das Geschäftsjahr 2020 selbst wurde keine Dividende ausgeschüttet.
Warum hat OMV die Dividende 2020 reduziert?
Hauptgründe waren der COVID-19-Schock, der Ölpreiseinbruch und die vorsorgliche Liquiditätssicherung des Unternehmens.
Wann war der Ex-Dividenden-Tag für die OMV-Dividende 2020?
Der Ex-Dividenden-Tag war der 3. September 2020.
Wie wurde die OMV-Dividende 2020 besteuert?
In Österreich mit 27,5 % KESt (Kapitalertragsteuer), automatisch von der Depotbank einbehalten. In Deutschland galt die Abgeltungsteuer mit Anrechnungsmöglichkeit der österreichischen Quellensteuer.
Wie viel Dividende hat OMV in den Jahren 2018, 2019 und 2020 gezahlt?
2018: 1,75 Euro (für GJ 2017), 2019: 1,75 Euro (für GJ 2018), 2020: 1,75 Euro (für GJ 2019). Für GJ 2020 wurde keine Dividende gezahlt.
Musste ich als Aktionär etwas tun, um die Dividende 2020 zu erhalten?
Nein. Wer die Aktien am Stichtag im Depot hielt, erhielt die Dividende automatisch über die Depotbank.
Wie hoch war der Nettoverlust von OMV im Geschäftsjahr 2020?
OMV wies für 2020 einen Nettoverlust von rund 1,9 Milliarden Euro aus, hauptsächlich durch Abschreibungen auf Öl- und Gasfelder.
Kann ich die österreichische Quellensteuer auf die OMV-Dividende 2020 noch zurückfordern?
Grundsätzlich ja, sofern ein Doppelbesteuerungsabkommen gilt. Die Fristen variieren je nach Land. Anleger sollten einen Steuerberater konsultieren, da Rückforderungsfristen möglicherweise abgelaufen sind.
Fazit und nächste Schritte
Die OMV-Hauptversammlung 2020 und die damit verbundene Dividendenentscheidung illustrieren, wie ein Energiekonzern in einer extremen Marktkrise zwischen Aktionärsinteressen und Unternehmensresilienz abwägt. Die Kürzung von 2,00 auf 1,75 Euro war moderat im europäischen Vergleich, und die Entscheidung, für das Verlustjahr 2020 keine Dividende auszuschütten, war konsequent und nachvollziehbar.
Was Anleger jetzt tun sollten:
- Dividendenhistorie prüfen: Wer OMV-Aktien im Portfolio hält, sollte die aktuelle Dividendenpolitik mit der Entwicklung seit 2020 vergleichen. OMV hat die Ausschüttungen nach 2020 wieder aufgenommen und erhöht.
- Steuerliche Rückforderung prüfen: Ausländische Anleger, die 2020 österreichische Quellensteuer auf die OMV-Dividende gezahlt haben, sollten prüfen, ob noch eine Rückforderung möglich ist.
- Geschäftsbericht lesen: Der OMV-Geschäftsbericht 2020 und 2019 enthalten die vollständigen Finanzkennzahlen und sind auf der OMV-Investor-Relations-Website verfügbar.
- Aktuelle Dividendenpolitik verfolgen: OMV hat seit 2021 eine progressive Dividendenpolitik kommuniziert. Wer langfristig in Dividendentitel investiert, sollte die aktuellen Ausschüttungsziele im Blick behalten.
Die Ereignisse rund um die OMV-Hauptversammlung 2020 sind ein lehrreiches Beispiel dafür, dass selbst gut aufgestellte Unternehmen ihre Dividendenpläne unter außergewöhnlichem Druck anpassen müssen, und dass Transparenz in der Kommunikation dabei entscheidend für das Vertrauen der Aktionäre ist.
Quellen
- OMV AG: Geschäftsbericht 2019. Wien, 2020. https://www.omv.com
- OMV AG: Hauptversammlung 2020, Einladung und Ergebnisse. September 2020. https://www.omv.com/de/investors/annual-general-meeting
- OMV AG: Pressemitteilung zur Dividendenanpassung, 3. April 2020. https://www.omv.com
- Österreichisches Bundesministerium für Finanzen: Kapitalertragsteuer, Informationen für Anleger. https://www.bmf.gv.at
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