Ludwig Boltzmann Institut Applied Diagnostics

Applied Diagnostics

Wussten Sie, dass jĂ€hrlich 3,9 Millionen TodesfĂ€lle weltweit auf Atemwegserkrankungen zurĂŒckzufĂŒhren sind und damit zu den „Big Four“ nicht ĂŒbertragbaren Krankheiten zĂ€hlen, die von der WHO bekĂ€mpft werden? Das Ludwig Boltzmann Institut fĂŒr Angewandte Diagnostik in Wien setzt sich mit dieser und vielen anderen Herausforderungen auseinander. Seit seiner GrĂŒndung im September 2016 hat das Institut bedeutende Fortschritte in der personalisierten Medizin und Tumorcharakterisierung gemacht, insbesondere durch die Entwicklung nicht-invasiver diagnostischer Verfahren.

Dank der engen Zusammenarbeit zwischen klinischer und grundlegender Wissenschaft bietet das Ludwig Boltzmann Institut Applied Diagnostics eine Grundlage fĂŒr transdisziplinĂ€re Forschung und Ausbildung, insbesondere in der Molekularbiologie und nuklearmedizinischen Bildgebung. Die Arbeit von insgesamt 15 WissenschaftlerInnen aus sieben LĂ€ndern, darunter fĂŒnf SchlĂŒssel-Forscher und zwei Postdocs, untermauert die Bedeutung des Instituts auf globaler Ebene. Durch duale Biomarker zur Diagnose von Prostata- und Dickdarmkrebs, die moderne Techniken wie Liquid Biopsy und molekulare Bildgebung kombinieren, schafft das Institut innovative Lösungen.

Wichtigste Erkenntnisse

  • ✅ 3,9 Millionen TodesfĂ€lle jĂ€hrlich weltweit durch Atemwegserkrankungen
  • 🍳 50% Steigerung der diagnostischen Effizienz durch duale Biomarker
  • đŸ’Œ Mehr als 15 WissenschaftlerInnen aus sieben verschiedenen LĂ€ndern arbeiten am Institut
  • 📌 Fokus auf nicht-invasive Techniken wie Liquid Biopsy und molekulare Bildgebung
  • 👉 Starke transdisziplinĂ€re Zusammenarbeit zwischen klinischer und grundlegender Wissenschaft
  • 🔎 GrĂŒndung im Jahr 2016 durch namhafte Partner wie die Medizinische UniversitĂ€t Wien und GE Healthcare
  • ⭐ Arbeit an der Reduktion invasiver Biopsien durch fortschrittliche Diagnosetechniken

Über das Ludwig Boltzmann Institut fĂŒr Angewandte Diagnostik

Das Ludwig Boltzmann Institut fĂŒr Angewandte Diagnostik wurde 2016 gegrĂŒndet und konzentriert sich maßgeblich auf die Forschung und Anwendung nicht-invasiver diagnostischer Methoden. Diese Methoden kombinieren genetische und epigenetische Signaturen sowie biomolekulare Bildgebungsmarker.

Die Etablierung des Instituts fĂŒr Angewandte Diagnostik ist Teil einer umfassenden Reform der Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG). Seit dem frĂŒhen 2000er Jahren wurde eine signifikante strukturelle Reform durchgefĂŒhrt, die zur Schließung vieler Ă€lterer Institute fĂŒhrte. Nur diejenigen Institute, die positiv bewertet wurden und den neuen strategischen Fokus auf Humanmedizin und verwandte Bereiche unterstĂŒtzen, wurden weitergefĂŒhrt.

Insgesamt wurden mehrere thematische Cluster gebildet, um eine Konsolidierung der Forschung zu gewĂ€hrleisten. Dies fĂŒhrte zur Fortsetzung und VerstĂ€rkung des Ludwig Boltzmann Instituts fĂŒr Angewandte Diagnostik als ein fĂŒhrendes Forschungszentrum an der UniversitĂ€t Wien.

Die Forschungseinrichtungen der LBG, darunter das Institut fĂŒr Angewandte Diagnostik, erhalten etwa 60% ihrer Finanzierung von der LBG und 40% von Partnerorganisationen. Mit einem jĂ€hrlichen Budget von ĂŒber einer Million Euro pro Institut ist die finanzielle Grundlage solide gesichert. Partner wie die UniversitĂ€t Wien leisten einen wesentlichen Beitrag zu unserer kontinuierlichen Forschung und Entwicklung.

Unsere Mission geht ĂŒber die Diagnostik hinaus; wir unterstĂŒtzen auch rund 400.000 Menschen in Österreich, die von seltenen Krankheiten betroffen sind. Mit ĂŒber 7.000 verschiedenen Typen seltener Krankheiten ist die Notwendigkeit fĂŒr angewandte Diagnostik sehr hoch. Das Ludwig Boltzmann Institut fĂŒr Angewandte Diagnostik spielt hierbei eine zentrale Rolle, indem es auf genetische und epigenetische Erkenntnisse zurĂŒckgreift, um gezieltere und effektivere Diagnoseverfahren zu entwickeln.

Forschungsschwerpunkte des Instituts

Das Ludwig Boltzmann Institut fĂŒr Applied Diagnostics (LBI) wurde vor 6 Jahren gegrĂŒndet und hat sich seitdem zu einem fĂŒhrenden Zentrum in der medizinischen Diagnostik entwickelt. Unsere Forschungsschwerpunkte zielen darauf ab, innovative diagnostische Verfahren voranzutreiben, die auf dem Ansatz der personalisierten Medizin basieren.

Besonders im Bereich der personalisierten Onkologie-Diagnostik heben wir uns hervor. Etwa 70.000 MĂ€nner in Österreich lebten Ende 2019 mit der Diagnose Prostatakrebs, eine Erkrankung, die wir gezielt in unseren Studien untersuchen. Ein zentraler Schwerpunkt des Instituts ist die Entwicklung von Radiopharmazeutika zur Diagnostik und Therapie von Prostata- und Darmkrebs.

Die Provenance unserer Forschung umfasst die Nutzung von Gammastrahlung radioaktiver Substanzen zur genauen Bestimmung von Pathologien. Diese Methodik hat bereits erste Erfolge in First-in-Human-Studien erzielt. Ein neues Radiopharmakon fĂŒr die Diagnostik des Nierenzellkarzinoms wurde in Zusammenarbeit mit der ETH ZĂŒrich und einer Pharmafirma erstmalig erfolgreich angewendet.

Wir legen großen Wert auf transdisziplinĂ€re AnsĂ€tze und arbeiten eng mit akademischen Partnern wie der UniversitĂ€t Wien und der Medizinischen UniversitĂ€t Wien zusammen. Dabei erstreckt sich unser Provenance ĂŒber die Integration von Chemie, Radiochemie und experimenteller Nuklearmedizin, um eine durchgĂ€ngige Pipeline vom Labor zur Klinik zu schaffen.

Unsere Kooperation mit fĂŒnf Industriepartnern ermöglicht es uns, praxisnahe Lösungen zu entwickeln und die BrĂŒcke zwischen Forschung und Anwendung zu schlagen. Diese enge Zusammenarbeit stĂ€rkt unsere Position als fĂŒhrendes Institut in der Entwicklung fortschrittlicher diagnostischer Verfahren.

Die Rolle von Professor Judit Simon und ihrem Team

Unter der Leitung von Professor Judit Simon leistet unser Team bedeutende BeitrĂ€ge zur Forschung und Entwicklung im Bereich der Gesundheitsökonomie, um den Herausforderungen des modernen Gesundheitswesens gerecht zu werden. Fokus unserer Arbeit liegt auf der methodischen und angewandten Gesundheitsökonomie, personalisierten Onkologie-Diagnostik und der DurchfĂŒhrung von Kosten-Nutzen-Analysen.

Methodische und angewandte Gesundheitsökonomie

Unser Ziel ist es, innovative ökonomische Strategien zur Verbesserung der Patientenversorgung zu entwickeln. Durch systematische Analysen und Modelle untersuchen wir die EffektivitĂ€t verschiedener Gesundheitsmaßnahmen und deren ökonomische Auswirkung. Diese Methodiken tragen dazu bei, die kosten-effektive Verteilung von Gesundheitsressourcen sicherzustellen und optimale Entscheidungen im Gesundheitsmanagement zu treffen.

Personalisierte Onkologie-Diagnostik

Die personalisierte Onkologie-Diagnostik steht im Mittelpunkt unserer Forschung, da sie Patienten maßgeschneiderte Therapien ermöglicht. Unsere Arbeit umfasst die Entwicklung prĂ€ziser diagnostischer Methoden, die spezifische genetische und molekulare Marker identifizieren. Dadurch verbessern wir die frĂŒhzeitige Erkennung und Behandlung von Krebserkrankungen, wĂ€hrend wir gleichzeitig die Gesundheitsökonomie berĂŒcksichtigen.

Kosten-Nutzen-Analysen

Kosten-Nutzen-Analysen sind essenziell, um die Effizienz und KosteneffektivitĂ€t von Gesundheitsinterventionen zu bewerten. Unser Team fĂŒhrt detaillierte Studien durch, um den finanziellen Nutzen neuer diagnostischer und therapeutischer AnsĂ€tze im Vergleich zu traditionellen Methoden zu bestimmen. Diese Analysen spielen eine entscheidende Rolle bei der Entscheidungsfindung im Gesundheitswesen und tragen dazu bei, innovative Lösungen zu implementieren, die sowohl finanziell tragbar als auch medizinisch wirksam sind.

BereichForschungsschwerpunkteRelevante Ergebnisse
GesundheitsökonomieMethodische und angewandte AnalysenKosteneffektivitÀt verbessertes Ressourcenmanagement
Onkologie-DiagnostikPersonalisierte AnsĂ€tzeFrĂŒhzeitige Erkennung und bessere Therapieergebnisse
Kosten-Nutzen-AnalysenTranslationsforschungImplementierung kosteneffizienter Innovationen

Wichtige Personen und ihre Positionen am Institut

Zu den FĂŒhrungskrĂ€ften des Instituts gehören Univ.-Prof. Dr. Freyja-Maria Smolle-JĂŒttner als PrĂ€sidentin und ao. Univ.-Prof. Dr. Andrea Barta als VizeprĂ€sidentin. Daneben gibt es viele weitere hochqualifizierte Mitglieder des Vorstands, die entscheidend zur Forschung und Entwicklung beitragen.

wichtige Personen

Ein Überblick ĂŒber die wichtige Personen und ihre FĂŒhrungspositionen zeigt die beeindruckende Vielfalt an Fachkompetenz im Institut:

NamePositionFachgebietBesondere BeitrÀge
Univ.-Prof. Dr. Freyja-Maria Smolle-JĂŒttnerPrĂ€sidentinChirurgieFĂŒhrungspositionen im medizinischen Bereich
ao. Univ.-Prof. Dr. Andrea BartaVizeprÀsidentinGenetikEntwicklung von personalisierten Therapien
Anna ArtakerElise-Richter-Research-FellowInterdisziplinÀre ForschungVerbindung von Kunst und Wissenschaft
Luise ReitstÀtterForscherinSoziologie und KulturwissenschaftenEmpirische Sozialforschung zu zeitgenössischen Kunstpraktiken
Arabella BuchmannForscherinImmunologieInternationale Forschungsprojekte
Michael FeischlAssoziierter ProfessorTechnische MathematikForschung und Lehre an der TU Wien
Maria SagmeisterRechtswissenschaftlerin und KunsthistorikerinElternrechte und GleichstellungAutonomie in der Rechtswissenschaft
Jakob MaurerArchÀologeMuseumssammlungenProjekte an der UniversitÀt Wien
Marie NiederleithingerForscherinOnkologiePatientenbeteiligung in der Onkologie
Teresa M. SeifriedUniversitÀtsassistentinAtmosphÀrenchemieBiologische Aerosole
Roi ShterninPatient in ResidenceOpen InnovationPerspektive der Patientenbeteiligung

Anwendungsbereiche und diagnostische Verfahren

Unsere Forschung konzentriert sich auf die Verbesserung von Diagnostikmethoden, um Tumorerkrankungen prĂ€ziser und frĂŒher zu erkennen. Dabei setzen wir auf modernste Techniken und tiefgrĂŒndige Analysen, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen. Hierbei spielen verschiedene Biotechniken eine wesentliche Rolle.

Biomarker fĂŒr molekulare Bildgebung

Biomarker sind essenziell fĂŒr die molekulare Bildgebung, indem sie spezifische Merkmale von Zellen oder Geweben kennzeichnen. Dies ermöglicht eine prĂ€zise Visualisierung und Charakterisierung von Tumoren. Beispielsweise nutzen wir Biomarker, um krankhafte VerĂ€nderungen auf molekularer Ebene zu identifizieren und gezielt zu behandeln.

Genetische und epigenetische Signaturen

Die Analyse genetischer und epigenetischer Signaturen ist ein weiterer Schwerpunkt unserer Forschung. Diese Signaturen geben Aufschluss ĂŒber die genetischen VerĂ€nderungen, die zur Krebsentstehung beitragen, und die epigenetischen Faktoren, die diese Prozesse beeinflussen. Durch die Identifikation spezifischer Signaturen können wir maßgeschneiderte TherapieansĂ€tze entwickeln und die Prognose fĂŒr Krebspatienten verbessern.

Klinische Diagnostik und Labordiagnostik

In der klinischen Diagnostik und Labordiagnostik setzen wir auf fortschrittliche Technologien und prĂ€zise Messmethoden. Von der Erfassung und Verarbeitung von Biosignalen bis hin zur Nutzung von bildgebenden Verfahren – unsere Methoden decken ein breites Spektrum diagnostischer AnsĂ€tze ab. Dies umfasst sowohl die Anwendung von medizinischer Software zur Analyse der Daten als auch innovative Verfahren zur Detektion molekularer Marker.

  1. Angewandte Mathematik 1: 3 ECTS
  2. Angewandte Mathematik 2: 3 ECTS
  3. Biosignale: 5 ECTS
  4. Digitalisierung (Medizinische Software): 2.5 ECTS
  5. SoftwaregestĂŒtzte Datenanalysen: 2.5 ECTS
  6. Detektionsmethoden in der molekularen Diagnostik 1: 3 ECTS
  7. WeiterfĂŒhrende Detektionsmethoden: 4 ECTS
  8. Detektionsmethoden in der molekularen Diagnostik 2 (In-Vivo): 2.5 ECTS
  9. Medizinisch-technische Diagnostik 1: 3.5 ECTS
  10. Funktionsweise bildgebender Verfahren: 4 ECTS
  11. Medizinisch-technische Verfahren im diagnostischen Prozess: 2.5 ECTS
  12. Medizinisch-technische Diagnostik 2: 3 ECTS
  13. Angewandte biomedizinisch-analytische Verfahren: 1 ECTS
  14. Funktionsweise spezieller bildgebender Verfahren: 1 ECTS
  15. Biomaterialien in der Diagnostik: 2.5 ECTS
  16. Materialverarbeitung fĂŒr die Biotechnologie: 2.5 ECTS
  17. AusgewÀhlte Kapitel der biochemischen Grundlagen: 3 ECTS
  18. Grundlagen aus Physik und Elektronik: 4 ECTS
  19. Funktionsweise, Wirkung und Anwendung von Biosignal-Messungen: 2.5 ECTS
  20. Klinische Analytik und Zellkultur: 2.5 ECTS
  21. Masterarbeitsseminar: 2.5 ECTS
  22. Klinische Studien: 1 ECTS
  23. Produktmanagement: 2.5 ECTS
  24. Projektleitung und Kalkulation: 2.5 ECTS
  25. Projekt: 9.5 ECTS

Die Summe dieser innovativen Methoden und Technologien verbessert unsere FĂ€higkeit, Krebs prĂ€zise zu diagnostizieren und maßgeschneiderte Behandlungen zu entwickeln. Durch die Integration von Biomarkern, genetischen Signaturen und fortschrittlicher Labordiagnostik streben wir danach, die LebensqualitĂ€t und Prognosen fĂŒr Patienten zu maximieren.

Applied Diagnostics

Das Konzept der Applied Diagnostics am Ludwig Boltzmann Institut umfasst fortschrittliche diagnostische Verfahren, die in der medizinischen Praxis zur genaueren Diagnose und Behandlung eingesetzt werden. Durch unsere umfassenden diagnostischen Tests und Diagnoseverfahren können Krankheiten frĂŒhzeitig erkannt und effektiv behandelt werden.

Ein bedeutender Bestandteil unseres Ansatzes ist das Masterstudium (FH) in Applied Technologies for Medical Diagnostics (MSc). Dieses viersemestrige Programm ist auf NQR Level 7 eingestuft und setzt einen abgeschlossenen relevanten Bachelor-Abschluss oder ein gleichwertiges Studium voraus. Besonders relevant sind dabei die Felder Medizintechnik, biomedizinische Technik, radiologische Technik und biomedizinische Analytik.

Absolventen dieses Studiums erwerben den Titel Master of Science in Engineering (MSc) und haben Zugang zu relevanten PhD-Studien. Der Schwerpunkt der Ausbildung liegt auf der Medizintechnik-Diagnostik und Erkennungsmethoden, Biosignalen, Materialwissenschaften und Digitalisierung. Auch regulatorische Rahmenbedingungen, QualitÀtsmanagement, Risikomanagement sowie interdisziplinÀres Projekt- und Produktmanagement sind zentrale Themen.

Die technologischen Schwerpunkte des Studiums konzentrieren sich auf neue Erkennungsmethoden und innovative Produkte, die von Digitalisierung, neuen Materialien und der Auswertung von Biosignalen beeinflusst werden. AusbildungsstĂ€tten sind die Fachhochschule Gesundheitsberufe OÖ GmbH in Linz, Österreich und die Fachhochschule Oberösterreich, Campus Linz.

Die Karrierewege fĂŒr Absolventen umfassen Positionen wie MedizintechnikerIn, und aktuelle Jobmöglichkeiten sind eng mit diesem Studienfeld verknĂŒpft. Ein Highlight ist auch das 2. Donau-Symposium, das nach dem 2016er Symposium ĂŒber „Applied Diagnostics for effective cancer treatment“ stattfindet. Seit 2012 wird der Innovation Track von den internationalen TĂŒbinger PET/MR Workshops jĂ€hrlich abgehalten.

Die 3. CBmed Biomarker-Konferenz ist in das Programm dieses Treffens integriert. Das Treffen 2018 umfasst spezielle Sitzungen zu Themen wie nichtinvasive Biomarker-Entwicklung, Datenaustausch und Wissensgenerierung aus Big Data. Das 2. Donau-Symposium ist mit 14 DFP-Punkten akkreditiert, die derzeit von der österreichischen Ärztekammer endgĂŒltig genehmigt werden.

Soziale und ethische Aspekte der Diagnostik

Das Ludwig Boltzmann Institut fĂŒr Angewandte Diagnostik legt einen besonderen Fokus auf die ethischen Aspekte und sozialen Aspekte seiner Forschungsarbeit. Die Wissenschaftler am Institut sind sich der weitreichenden politischen und gesellschaftlichen Implikationen bewusst, die durch moderne Diagnoseverfahren entstehen können.

Genetische Tests spielen hier eine zentrale Rolle. Beispielsweise ermöglichen prĂ€diktive genetische Tests die Identifizierung von KrankheitsanfĂ€lligkeiten lange bevor ein Patient erkrankt. Dies eröffnet neue Möglichkeiten in der PrĂ€vention und frĂŒhzeitigen Behandlung, stellt jedoch auch erhebliche ethische Aspekte dar.

Prenatale Diagnostik ist ein weiteres wichtiges Thema mit besonderen sozialen Aspekten. Diese Form der Diagnose wirft beispielsweise Fragen der potenziellen Selektion basierend auf genetischen Informationen auf. Zudem erfordert die zunehmende VerfĂŒgbarkeit genetischer Informationen umfangreiche Beratungsdienste fĂŒr Patienten, um eine informierte Entscheidung zu gewĂ€hrleisten.

Bei der Entwicklung und Anwendung von Diagnoseverfahren muss auch die politische Regulierung sorgfÀltig abgewogen werden. Modelle der politischen Regulierung sollten zwischen totaler Freiheit und einem vollstÀndigen Verbot dieser Techniken balancieren, um gesellschaftliche Akzeptanz zu sichern und Missbrauch zu verhindern.

Das Institut fördert eine ganzheitliche Betrachtung der Patientenversorgung durch die Einbeziehung dieser ethischen Aspekte und sozialen Aspekte. Dies gewÀhrleistet, dass unsere Diagnostik stets zum Wohle aller Patienten erfolgt und den vielfÀltigen Herausforderungen unserer Gesellschaft gerecht wird.

DatenDetails
Konferenztermine18.-19. November 2022
Parallelsitzungen am 18. November3 Sitzungen
Teilnehmer an der Umfrage zur diagnostischen FallarbeitCa. 100 Studierende
Anzahl der Gruppen in der Studie zu diagnostischen Kompetenzen5 parallele Gruppen
Keynote-Speaker2 prominente UniversitÀtsprofessoren
Dauer der Keynote-SessionsJeweils ca. 60 Minuten
KaffeepauseTĂ€glich 30 Minuten
Genutzte SeminarrÀumeSeminarraum 1, Seminarraum 2, Seminarraum 3
Anzahl der PrÀsentationen in jeder Parallel-Sitzung3 PrÀsentationen pro Sitzung
Fokus auf formative pÀdagogische DiagnostikZentrales Thema in den Bildungsbewertungsverfahren

TransdisziplinÀre Forschung und Ausbildung

Das Ludwig Boltzmann Institut fĂŒr Angewandte Diagnostik widmet sich der transdisziplinĂ€ren Forschung und Ausbildung. Durch die enge Verbindung von klinischer und Grundlagenforschung bieten wir einzigartige Möglichkeiten fĂŒr wissenschaftliche Entdeckungen und innovative Lösungen in der medizinischen Praxis. Zudem fördern wir die internationale Kooperation, um unsere Forschung und Lehre kontinuierlich weiterzuentwickeln und zu bereichern.

Verbindung von klinischer und Grundlagenforschung

Die transdisziplinĂ€re Forschung am Institut fokussiert darauf, Methoden und Erkenntnisse aus verschiedenen Disziplinen zu integrieren. Ein Beispiel dafĂŒr ist das TransImpact Projekt, welches eine Vielzahl von Methoden entwickelt hat, um transdisziplinĂ€re Forschung zu unterstĂŒtzen. Die Projektdokumentation deckt Ergebnisse aus den Jahren 2015 bis 2019 ab. Unser Ziel ist es, relevante gesellschaftliche Akteure zu identifizieren und die Beziehungen zwischen ihnen zu kartieren, um deren Potenzial zur UnterstĂŒtzung oder Behinderung unserer Forschungsziele zu evaluieren. Diese Analyse verbessert die EffektivitĂ€t unserer Forschungsprojekte erheblich, indem sie die strategische Auswahl von Teilnahme- und Verbreitungspartnern unterstĂŒtzt.

transdisziplinÀre Forschung

Kooperation mit internationalen Partnern

Internationale Kooperation ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Forschungs- und Ausbildungsstrategie. Rund 7.500 Studierende sind derzeit an der UniversitĂ€t fĂŒr Weiterbildung Krems zugelassen, und mehr als 30.000 Absolventinnen und Absolventen haben ihr Studium bereits erfolgreich abgeschlossen. Die strategische Zielvorgabe der UniversitĂ€t ist es, als fĂŒhrende UniversitĂ€t fĂŒr Weiterbildung in Europa anerkannt zu werden. Im Rahmen des Reformprozesses „REFINED“ wurde das Studienprogramm erweitert, einschließlich der EinfĂŒhrung von Weiterbildungsbachelor- und Bachelor Professional-Programmen. Zahlreiche organisatorische Innovationen, besonders im Bereich der Digitalisierung, wurden gestartet, um den aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen gerecht zu werden.

Kollaborationen und Partner des Instituts

Unsere Kollaborationen sind ein integraler Bestandteil der Forschung am Ludwig Boltzmann Institut fĂŒr Angewandte Diagnostik. Durch die Zusammenarbeit mit unseren wissenschaftlichen Partnern wie der Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG), internationalen UniversitĂ€ten und fĂŒhrenden klinischen Zentren, können wir bedeutende Fortschritte in der diagnostischen Forschung und klinischen Anwendung erzielen.

Wissenschaftliche Partner: LBG und andere

Unsere wissenschaftlichen Partner spielen eine entscheidende Rolle bei der DurchfĂŒhrung unserer Forschungsprojekte. Mit ĂŒber zehn laufenden Projekten pro Lehrstuhl beweisen wir die EffektivitĂ€t unserer interdisziplinĂ€ren Zusammenarbeit.

Beispielsweise integriert das Patient Blood Management Projekt sowohl klinische als auch grundlegende Forschung, wĂ€hrend kooperative Studien zur Asthma-PrĂ€valenz mit der Sigmund Freud UniversitĂ€t (SFU) durchgefĂŒhrt werden. In der CADSET STUDY wird die Lungenfunktion von Erwachsenen in Europa bewertet, was die Bedeutung unserer medizinischen Partner hervorhebt.

Internationale Zusammenarbeit

Die internationale Zusammenarbeit erweitert unsere Forschungsreichweite und ermöglicht uns, globale gesundheitliche Herausforderungen zu adressieren. Zu den herausragenden Beispielen gehören:

  • Untersuchungen zur COVID-19-SeroprĂ€valenz in der Wiener Bevölkerung
  • Evaluierungen von Aortenbogen-Hybridprothesen und biologischen Aortenklappenprothesen in Partnerschaft mit Abbott und JOTEC

ZusÀtzlich betonen wir durch die LEADstudie, welche mehrfach unterschiedlichen Schwerpunkten zugeordnet wird, die Vielseitigkeit und Bedeutung dieser kooperativen Forschung.

ProjektKollaborativer PartnerForschungsschwerpunkt
Patient Blood ManagementMedizinische PartnerIntegration von klinischer und Grundlagenforschung
Asthma-PrÀvalenz StudienSFUStudien der Asthma-PhÀnotypen
COVID-19-SeroprĂ€valenzÖffentliche GesundheitsbehördenPopulationsgesundheit
Aortenbogen-HybridprothesenAbbott und JOTECTranslationales Forschungsprojekt

Unsere Standort

Das Ludwig Boltzmann Institut fĂŒr Angewandte Diagnostik befindet sich in einem der zentralsten Orte in Wien, WĂ€hringer GĂŒrtel 18-20, 1090 Wien. Unsere zentrale Adresse bietet eine ideale Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel und erleichtert den Zugang fĂŒr unsere Mitarbeiter, Studenten und Besucher.

Unser Standort verfĂŒgt ĂŒber modernste Einrichtungen und Labore, ausgestattet mit der neuesten Technologie fĂŒr angewandte Forschung und Diagnostik. Die Einrichtungen umfassen sowohl klinische als auch Labordiagnostik, einschließlich spezieller Abteilungen fĂŒr die Forschung an Biomarkern und genetischen Signaturen. Dies unterstĂŒtzt unsere Arbeit an personalisierter Onkologie und anderen innovativen Diagnostikmethoden.

ZusĂ€tzlich zu unserem HauptgebĂ€ude in Wien betreiben wir das Innovation Lab in Wiener Neustadt. Mit einer FlĂ€che von 1.100 mÂČ bietet das Innovation Lab vielfĂ€ltige Nutzungsmöglichkeiten, darunter 3D Druck, Lasergravur, Robotik, Elektronik, Textilbearbeitung sowie Holz- und Metallbearbeitung. Der öffentlich zugĂ€ngliche Makerspace ist in Lehrveranstaltungen unterschiedlicher StudiengĂ€nge an der Fachhochschule integriert und steht auch externen Bildungsinstitutionen zur VerfĂŒgung. Der Zugang fĂŒr Kleinunternehmen zur Nutzung der Infrastruktur erleichtert kooperative Forschungs- und Entwicklungsprojekte.

Unser Team vor Ort unterstĂŒtzt zahlreiche Projekte und Vorhaben. Die Adresse des Innovation Labs lautet Johannes-Gutenberg-Straße 5, 2700 Wiener Neustadt, nur 200 Meter neben dem Campus 1. Interessenten können sich fĂŒr unseren Newsletter anmelden, um aktuelle Informationen ĂŒber das Innovation Lab zu erhalten.

  • Zentraler Standort: Wien, WĂ€hringer GĂŒrtel 18-20, 1090 Wien
  • Moderne Einrichtungen und Labore am Hauptstandort
  • ZusĂ€tzliche RĂ€umlichkeiten: Innovation Lab in Wiener Neustadt
  • VielfĂ€ltige Nutzungsmöglichkeiten im Innovation Lab, 1.100 mÂČ FlĂ€che
  • Kontaktadresse des Innovation Labs: Johannes-Gutenberg-Straße 5, 2700 Wiener Neustadt
  • Anmeldung zum Newsletter fĂŒr aktuelle Informationen

Neueste Forschungsprojekte und Publikationen

Von Oktober 2022 bis September 2023 haben wir am Ludwig Boltzmann Institut fĂŒr Angewandte Diagnostik stolze 51 Publikationen veröffentlicht. Besonders bemerkenswert sind dabei die 36 Veröffentlichungen in begutachteten Journals, die die hohe QualitĂ€t unserer ForschungsbeitrĂ€ge unterstreichen. Unsere neuesten Forschungsprojekte und wissenschaftlichen Publikationen spiegeln die Breite und Tiefe unserer Arbeit wider.

Herausragende Themenbereiche unserer Veröffentlichungen umfassen die personalisierte Diagnostik bei Krebs, wobei zwei Publikationen sich speziell mit der Überwachung ĂŒber FlĂŒssigbiopsien befassen. Außerdem haben wir bedeutende BeitrĂ€ge zur Erforschung mitochondrialer Dysfunktionen geleistet, mit zwei fokussierten Artikeln zu diesem Thema.

Auch in der pĂ€diatrischen Rheumatologie konnten wir Fortschritte erzielen, darunter drei Studien zu BehandlungsansĂ€tzen fĂŒr junges rheumatisches Leiden. Unsere Einzelstudien zu Themen wie juvenile idiopathische Arthritis und Immunmangelstörungen bei Kindern sind ebenfalls nennenswert und tragen zur vertieften wissenschaftlichen Erkenntnis bei.

Neben spezifischen Krankheitsbildern decken unsere Publikationen ein breites Spektrum ab, einschließlich innovativer AnsĂ€tze zur Nutzung kĂŒnstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen, welche die Effizienz und Genauigkeit diagnostischer Verfahren verbessern sollen. RegelmĂ€ĂŸige Updates zu unseren neuesten Forschungsprojekten und wissenschaftlichen Publikationen sind ĂŒber unsere offizielle Website und sozialen Netzwerke zugĂ€nglich, sodass Interessierte stets auf dem Laufenden bleiben können.

Quellenverweise