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Terroranschläge in Sulemaniya

WADI Presseaussendung
vom 28.10.2005

Bei Anschlägen in der kurdischen Stadt Sulemaniya sind gestern neun Peschmerga ums Leben gekommen, einige ZivilistInnen wurden verletzt. Die ehemaligen Guerillakämpfer der Patriotischen Union Kurdistans (PUK), die nun für die Sicherheit der Region Sulemaniya verantwortlich sind, kamen bei der Zündung von zwei Autobomben vor der Peshmerga-Kommandozentrale und vor dem Privathaus Mala Bachtiars, einem der prominentesten Mitglieder des Politbüros der PUK, ums Leben. Mala Bachtiar selbst blieb unverletzt.

Die Arbeit von Wadi ist durch diese jüngsten Anschläge nicht gefährdet. Mary Kreutzer, Projektmanagerin von Wadi-Österreich: "So schrecklich diese Angriffe der Terrorgruppen auf eine der Hauptstädte des autonomen Kurdengebietes auch sind, so sehr handelt es sich dabei um einen Einzelfall.
Die Projekte von Wadi waren durch die Anschläge nicht betroffen und werden wie geplant fortgesetzt." Kreutzer ist davon überzeugt, dass gerade die Stärkung zivilgesellschaftlicher und demokratischer Initiativen im Irak eine Demokratisierung vorantreiben und damit den Terrorgruppen das Wasser abgraben können: "Unsere Frauenprojekte stoßen überall positives Echo und tragen viel dazu bei, dass auch in den Dörfern und Kleinstädten Frauen in den Demokratisierungsprozess eingebunden sind."

Ähnlich wird dies von Thomas Schmidinger gesehen. Der Obmann des Vereins in Österreich hält auch ein Prosemininar zum Thema "Politischer Islam" auf dem Institut für Politikwissenschaft in Wien: "Der terroristische Flügel des politischen Islam ist nicht allein mit polizeistaatlichen Methoden zu bekämpfen. Allein eine wirkliche Demokratisierung und ein Wiederaufbau funktionierender staatlicher aber auch zivilgesellschaftlicher Strukturen im Irak kann den gihadistischen Gruppen dort Einhalt gebieten."

Die Deutsch-Österreichische NGO Wadi unterstützt seit 1993 Frauen- und Menschenrechtsprojekte im Nordirak.

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