Pressespiegel

Was Medien über die Arbeit von LeEZA berichten //
Interviews mit LeEZA-Mitarbeiter*innen

___________________________________________________

 

 

Öffnet in neuem Fenster PDFDrucken

Gestern Nigeria, heute Wels, morgen Irak

LeEZA-Obfrau Mary Kreutzer im Portrait

Welser Rundschau, 23.4.2008

Eduard-Ploier-Preisträgerin Mary Kreutzer stellte im „Schl8hof" ihr neues Buch vor

Vorige Woche stellte die gebürtige Welserin Mary Kreutzer ihr Buch „Ware Frau" im „Alten Schlachthof" Wels vor. Die Welser Rundschau traf sie dort.

Umtriebig, das ist ein Attribut, das zu der Schriftstellerin mit dem blonden Kurzhaarschnitt passt. Ihr vollständig bestempelter Pass mit Visa vom Irak und Libanon, Syrien, Ägypten, Tunesien und der Türkei ist ein Spiegelbild ihres Reisetriebs.

Mary Kreutzers Lebensweg verlief bewegt: Ihre Kindheit verbrachte sie in Stadl-Paura und Lambach. Weil ihr Vater, ein Deutsch-, Englisch- und Latein-Professor am Stiftsgymnasium Lambach, eine Stelle an der österreichischen Schule von Guatemala bekam, hieß es für die ganze Familie Koffer packen! Neun war Mary damals. Geblieben sind „verklärende Jugenderinnerungen" und Sprachkenntnisse.

Zurück in Österreich absolvierte die heute 38-Jährige die Hotelfachschule und inskribierte in Wien Politikwissenschaften. „Erst da habe ich begonnen, mich mit der politischen Lage in Guatemala auseinanderzusetzen." Betroffen erinnert sie sich „an den Unterricht in der sehr konservativen Schule in Guatemala, in dem der Bürgerkrieg einfach nicht auf dem Lehrplan stehen durfte!" Das Büchlein „Niederlage des Friedens. Gespräche und Begegnungen in Guatemala und El Salvador" war der Beginn ihrer schriftstellerischen Tätigkeit. Kreutzer hat es mit ihrem Gatten Thomas Schmidinger verfasst.

Brutalen Handel mit Frauen aufgezeigt

Für „Ware Frau" hat Kreutzer gemeinsam mit Corinna Milborn eineinhalb Jahre lang „im Milieu" akribisch recherchiert. Die Geschichten von sieben Frauen, die den modernen Sklavenhandel überlebt haben, machen betroffen. 45.000 Euro muss eine Neunzehnjährige an die Frauenhandels-Mafia „abstottern". In Wien verkauft sie deswegen ihren Körper für zehn Euro pro Kunde. „Jährlich machen sich tausende Frauen auf den Weg in ein besseres Leben", erzählt Kreutzer, „fast alle landen als Zwangs-Prostituierte auf der Straße". In Wien, Frankfurt oder Turin. Das Autorinnen-Duo spart nicht mit Kritik am Außenministerium und den Behörden. „Schlimm ist vor allem das Wegsehen der Gesellschaft!", so Kreutzer.

In der Lade liegt ihre Diplomarbeit mit dem Titel „Die NSDAP-AO in Lateinamerika am Beispiel der Landesgruppe der NSDAP in Guatemala". Kreutzers Engagement als Obfrau bei LeEZA, „der Liga für emanzipatorische Entwicklungszusammenarbeit", bestimmt den Tagesablauf. „Wir betreiben im Irak mit regionalen Partnerorganisationen mehrere Projekte, darunter auch Frauenhäuser. Ganz wichtig sind uns Aufklärungskam-pagnen gegen Genitalverstümmelung!" Das Flugticket für ihre nächste Reise in den Irak hat die „bekennende Linke" bereits in der Tasche.

Mary Kreutzer liegt auch das Thema Ökologie am Herzen. Ihre Radio-Sendung „Äxte gegen Technokraten" über ein Staudammprojekt im Sudan wurde im Jahr 2003 mit dem Eduard-Ploier-Preis ausgezeichnet. Wenn sie davon erzählt, leuchten ihre Augen.

Das Buch „Ware Frau" von Mary Kreutzer und Corinna Milborn ist im Ecowin-Verlag erschienen.


LeEZA, Postfach 105, A-1181 Wien | Tel.: +43-650-5236415 | Fax: +43-1-9135484 | info@leeza.at